die beiden Reisenden in Aktion

11. – 12. Mai 2015

D

as Bergmassiv des Nanos betrachten wir seit Tagen, es dominiert das Vipava-Tal nach Osten hin;  die „Abschiedswanderung“ beginnt nach einer schwindelerregenden Auffahrt nach Strmec gemütlich durch blühende Frühlingswiesen (Diptam, Iris, u.a.) … auch die Zecken sind aus dem Winterschlaf erwacht, das Anti-Zeckenmittel ist natürlich nicht griffbereit im Rucksack! Im fernen Dunst zeichnen sich die schneebedeckten Umrisse der Julischen Alpen und des Triglav ab, nach Süden breitet sich der grüne Karst aus, kaum ein Dorf unterbricht den dichten Bewuchs. Interessanterweise weiden keine Tiere auf der Nanos-Hochebene, der omnipräsente Kuckuck verfolgt uns dafür sogar hier in luftiger Höhe (die Nordseite des Nanos ist dicht mit Buchen bewachsen und völlig unerschlossen, also das ideale Kuckucksrefugium!). Der fantastische Rundumblick vom Gipfel Plesa aus stimmt uns wieder auf das nächste Gebiet ein – von oben und aus der Ferne wirkt es wenig aufregend, sogar monoton und und karg … ungern verlassen wir das Vipava-Tal und fahren südwärts.

Höhlenforscher müssten wir sein, denn im Dreieck zwischen Divaca, Lipica und Skocjan liegen die Reize zumeist unter der Erde! Für eine geführte Tour kommen wir natürlich wieder einmal zu spät am Nachmittag an, aber ein kostenloses (und lehrreiches) Vergnügen ist der Rundgang rund um die Einbruchdolinen bei Betanja/Skocjan. Auch am Vormittag sind wir zur unpassenden Zeit bei der „Feengrotte“ Vilanica, dafür erhaschen wir einen kurzen Blick auf die Lippizzaner im Gestüt Lipica. Uns lockt heute aber der Grenzkamm des Monte Cocusso/Kokos, der Pfad führt durch den Karst, so wie wir ihn uns nicht erwartet haben: Iris, Narzissen, Lilien, Pfingstrosen auf Schritt und Tritt, schattenspendende Linden und Eichen, dazwischen kleine Kalksteinmäuerchen aus früheren Zeiten … und wahrscheinlich hunderte von grösseren und kleinerer Höhlen unter unseren (heissen!) Füssen. Den beissend kalten Karstwind, für den die Gegend berühmt ist (abgehärtete Lippizzanerpferde und luftgetrockneter Schinken legen Zeugnis ab), können wir uns an diesem trockenen und strahlenden Tag gar nicht richtig vorstellen!

  • Wanderung auf den Nanos von Strmec/Podnanos aus, bis zum Gipfel Plesa
  • Vormittagswanderung rund um Lipica: von Lipica an der Vilanica-Höhle vorbei, nach Lokev, Aufstieg auf den Kokos/Mte Cocusso an der italienischen Grenze. Nachmittags Dolinenlehrpfad in Matavun/Skocjan
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