die beiden Reisenden in Aktion
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rühnebel im Drautal kündigt den herannahenden Wetterumschwung an. Immer noch warm und fein ist es oben in unserem Domizil am Kollnighof, zumindest am Nachmittag wenn der Balkon in der Sonne zum Ausdampfen der Füsse anregt. Dazu bleibt in der Regel aber nicht viel Zeit, denn die Kreuzseescharte wartet schon im Debanttal auf uns.

Willkommen für den Wanderer sind immer die Sträucher, vorzugsweise welche die mit Beeren gefüllt sind oder solche, die Schatten an heißen Tagen spenden. In unserem Fall sind es die Beeren, die den Aufstieg etwas verzögern. Zumindest so lange, bis die in ihnen enthaltene Energie zündet und uns auf den nächsten Gipfel oder die nächste Scharte treibt. Am Aufstieg zur Scharte passieren wir noch Kreuzsee und Wangenitzsee, ehe es durch ein Blockfeld stetig nach oben zur Scharte geht.

Eindrucksvoll auf der Scharte sind vor allem die vielen Steinmännchen, welche von emsigen Wanderern eines nach dem anderen aufgetürmt wurden. Es müssen mittlerweile wohl an die fünfzig sein, die am Plateau als Fotokulisse dienen. Das Perschitzkar ist an diesem Tag – es frischt der Wind verdächtig auf – für Rainer etwas zu schroff, wir entscheiden uns also für den Rückweg über den Anstieg. Dabei gelingt noch ein Foto zweier vorwitziger Gemsen am Kamm und eines vom letzten Abendlicht der Hochschobergruppe – auch gut genutzt!

Der vierte Tag führt uns auf die Pfannspitze über dem Obstanser See. Italien ist hier bereits zum Greifen nah, man kann sehr gut zu den Sextener Dolomiten hinübersehen. Der Eindruck von gestern hat nicht getäuscht, der Wind wird stärker – eigentlich ist es Föhn, aber der ist nur im Tal warm. Im Gebirge pfeift er eisig durch Mark und Bein und kündigt meist einen Wetterwechsel an. Wie jedes Jahr riechen wir auch dieses Mal schon den Schnee in der Luft, wir sollten uns nicht getäuscht haben!

Dennoch hält das Wetter noch einen Tag lang, das Figerhorn blinzelt uns in einem Sonnenfenster nochmals zu, als wir den Lesachriegel hochsteigen. Bis hinauf auf die Schönleitenspitze bei Kals steigen wir heute aber nicht mehr, die oben schnell durchziehenden Wolken verheissen nichts Gutes. Zurück am Kollnighof gönnen wir uns heute daher etwas mehr Entspannung und viel warmen Tee.

Wandern am letzten Tag fällt ins Wasser, oder besser gesagt in den Schnee. Über Nacht sind etwa 15cm im Tal gefallen, daher sind Bergtouren heute nicht möglich. Taltouren mit Einkaufsbummel gehen aber sehr wohl, daher fallen wir ins örtliche Sportgeschäft ein und erstehen einen längst fälligen Rucksack. Ein runder Abschluss in einem Cafe mit vielen guten Eindrücken beendet unsere Reise – für dieses Mal!

  • Wanderung zur Kreuzseescharte mit Besichtigung des Steinmännchenzoos
  • Wanderung zur Pfannspitze in den Karnischen Alpen
  • Wanderung am Lesachriegel
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