die beiden Reisenden in Aktion
D

er 27. Mai startete mit: Regen. Es ging weiter mit: Regen. Und er endete mit: Regen. In der Nacht darauf hat es dann wieder geregnet.

So in etwa kann dieser Streckenabschnitt zusammengefasst werden. Trotzdem waren wir beide noch guter Dinge, denn der Wetterbericht für die nächsten Tage war nicht ganz Endzeitstimmung. Noch nicht. Wir setzten aufs Ganze und entschlossen uns zu einer Fahrt ohne Halt in Jena. Sehr schade, denn eigentlich im ersten Eindruck (einen zweiten hatten wir ja nicht) eine sehr interessante und vor allem fahrradfreundliche Stadt. Vorbei zischten wir auf steilen Hügeln quer durch waldiges Grünland auch an Bad Kösen, Camburg und Kahla, erst in Uhlstädt machten wir wieder Rast und hofften auf Wetterbesserung am nächsten Tag. Die Etappe hatte es in sich, denn vor Uhlstädt bot sich keine Übernachtungsmöglichkeit – da mussten wir durch, nasse Füsse und knurrender Magen hin oder her!

Immerhin, ein bescheidener Zeltplatz mit Sitzhäuschen: nach einer warmen Dusche und mit zum Trocknen aufgehängten Klamotten sieht´s gleich wieder rosig aus!

Um fünf Uhr morgens, ich konnte kaum schlafen wegen des ständigen Regengeprassels und der Aussicht, unter der dampfenden Käseglocke bis nach Hof zu radeln, ohne die Umgebung auch nur ansatzweise zu sehen, raschelte und knusperte es dann vor dem Zelt. Autotüren wurden geöffnet und zugeschlagen. Fahraddiebe vermutend machte ich tapfer und todesmutig den Reissverschluss des Zeltes auf und blickte ins Antlitz… der örtlichen Polizei. Man hatte in der Nähe eine ältere, sehr verwirrte Dame aufgegriffen, die anscheinend von unserem Campingplatz stammte. Die beiden freundlichen Beamten wollten nur die Verwandtschaft ausfindig machen und informieren, dass die Dame sich im Krankenhaus ausruht.

Inzwischen hat es übrigens geregnet.

nach oben