die beiden Reisenden in Aktion
S

chwitzen statt Fotografieren, das war das Motto an diesem Tag. Obwohl es zwischendurch einen wolkenbruchartigen Regenschauer mit Gewitter gab, trieben die Steigungen, welche deprimierenderweise immer wieder mit Gefällen auf der anderen Seite garniert waren, uns das Wasser aus den Poren.

Der Harznordrand ist sehr populär bei Touristen, die vielen verwinkelten Fachwerksstädtchen und Heilbäder locken die Massen…je weiter wir durch luftigen Eichen- und Ahornwälder die Höhen erklommen, desto spärlicher wurden die Mitbürger. Letzte Station Zivilisation ist Alexisbad, das ein Mischmasch aus DDR-Plattenbau-Hotel und kaiserlich-verblichener Bäderkultur ist – eingehüllt in eine leichte Eisen-Schwefel-Glocke (das Heilwasser ist gut für alles, Maximaldosis: 1 Monat Trinkkur!). In Harzgerode, dem Tor zum Plateau, herrschte schon gähnende Sonntagsleere, einsam verspeisten wir unsere Jause am Marktplatz. Winzige Dörfer, verschlafen und verschlossen, vom vielen Regen abgewittert; dazwischen schöne offene Rapsfelder (ideal zum Langlaufen!), von Gebirge keine Spur…uns gefiel die ruhige Abgeschiedenheit sehr!

Der große Lichtblick war das sehr versteckt gelegene Cafe Tina, welches als erstes von uns und im gleichen Moment überfallsartig von einer Verwandtschaft nach einer großen Feier heimgesucht wurde. Kaffee und Kuchen sind bei Radler ja Dauerkost – aber diesmal ging´s auch ganz simpel um ein Dach über dem Kopf als Regenschutz!

Nach getaner Arbeit ging es dann aber auch wieder im Schuss hinunter ins Tal auf der anderen Seite, das Spiel mit Up & Down sollte uns aber noch die restlichen Tage unserer Reise begleiten – wir näherten uns Thürigen, dem Bundesland des Waldes und der Hügel.

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