die beiden Reisenden in Aktion
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ach tagelangem Radeln in relativ gemässigten Zonen wurde es nun so richtig ernst: Wir näherten uns dem Harz, dem nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands. Eines gleich vorweg: Wir waren weder verrückt genug, mit unserem Gepäck über den Brocken zu fahren, noch lasch genug, um die Harzrunde aussen rum zu nehmen: Uns zog es durch den weniger erschlossenen Bereich im Osten des Gebirgszuges. Aber da mussten wir ja erstmal hin.

Vorbei ging es zu Beginn noch eher gemütlich über kleinere Hügel, das meiste auf mittel befahrenen Strassen, denn unser erster Orientierungspunkt war das Braunkohleabbaugebiet bei Helmstedt. Nachdem das nicht direkt auf dem Weg lag, nahmen wir somit einen Umweg in Kauf, der sich aber auszahlen sollte. Die Gruben sind bereits zu einem grossen Teil aufgeschlossen, nur noch für wenige Jahre kann hier Kohle gefördert werden. Was auf der Fahrradkarte wie zwei Berge aussah, sind in Wirklichkeit zwei tiefe Gruben, die bis zu 100 Meter nach unten sacken. Ein auf dem gegenüberliegenden Hügel befindliches Museum bzw. Erlebniszentrum bietet Interessierten die Möglichkeit, sich den Abbau und die Nutzung im Detail selbst anzusehen.

Wenige Kilometer weiter südlich wurde wiederum Geschichte erlebbar: Bei Hötensleben gibt es einen der wenigen noch vollständig erhaltenen Teile der Innerdeutschen Grenze: Sperranlagen und Türme u.a. sind noch original vorhanden. Wie es manchmal sich eben so fügt, wartete gerade als wir dort ankamen, einer der Zeitzeugen und Verwalter der Gedenkstätte auf einen Freund zum Kaffeetrinken. So kamen wir in den Genuss von Information aus erster Hand!

Hügelland schliesst sich an diese intensiv genützte Zone an, es geht flott bergauf, bergab, bergauf…Vorübung für den Harz.

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